Rezension: „Young Elites – Die Gemeinschaft der Dolche“ von Marie Lu

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Young Elites – Die Gemeinschaft der Dolche (Band 1)
Aus dem Amerikanischen übersetzt von Sandra Knuffinke, Jessika Komina
ab 14 Jahren, 1. Auflage 2017
416 Seiten
Hardcover mit Kaltfolie und Prägung
18,95 € (D), 19,50 € (A)
ISBN 978-3-7855-8353-1

Link zum Verlag und Quelle vom Cover

Hallo ihr Lieben! 🙂

Dieses Buch habe ich im Rahmen der Leserunde auf lovelybooks.de erhalten, vielen Dank nochmal!


Inhalt

Die Welt dieser Geschichte wurde vor Jahren vom Blutfieber ergriffen. Die Erwachsenen starben an dieser Krankheit, doch einige Kinder überlebten, jedoch nicht ohne Folgen. Sie wurden gekennzeichnet, fast alle äußerlich und manche haben auch übernatürliche Kräfte entwickelt. Zu den begabten Malfettos, so werden die Gezeichneten genannt, gehört auch die Protagonistin Adelina Amouteru. Sie hat silbernes Haar, nur ein Auge und eine seltene und wertvolle Gabe. Diese entwickelt sich aber erst nach der Kindheit, nicht wie bei den meisten schon kurz nach dem Blutfieber. Ihr Vater hat mit allen Mitteln, vor allem Grausamkeit, versucht, eine Gabe aus ihr hervorzulocken. Denn Malfettos sind in dieser historisch angehauchten Welt Verstoßene, besonders im Land Kenettra. Somit hat der Vater große Mühen einen Ehemann für seine gezeichnete Tochter zu finden. Im Gegensatz dazu steht ihre Schwester, die durch das Blutfieber nicht verunstaltet wurde.

Eines Nachts hört Adelina ein Gespräch zwischen ihrem Vater, der Kaufmann ist, und einem Mann mit. Der Mann möchte Adelina als Mätresse mitnehmen. Im Gegenzug erhält der Vater Geld. Adelina ergreift noch in der gleichen Nacht die Flucht. Dabei begegnet sie der Gemeinschaft der Dolche, einer Gemeinschaft von Begabten. Diese werden vom König gejagt, denn mit ihren Gaben wären sie dazu im Stande, den Thron zu stürzen. Und somit beginnt eine spannende Geschichte.


Ich habe mich vor Erscheinen des Buches so auf dieses gefreut und als ich dann die Leserunde gesehen habe, musste ich mich einfach bewerben. Das war übrigens das erste Mal, dass ich dabei Glück hatte 😉

Als ich dann einige Tweets von Bloggern, die das Buch schon um Weihnachten vom Verlag erhalten hatten, gelesen habe, war ich zunächst einmal skeptisch. Die ersten Meinungen dazu waren nämlich durchwachsen. Darauf folgten zahlreiche Rezensionen, die auch durchwachsen waren. Ich habe nämlich alles von 1 bis 5 Sternen (oder sonstige Bewertungseinheiten) gesehen. Trotzdem habe ich versucht, so gut es ging, unvoreingenommen an das Buch und an die Leserunde heranzutreten. Und es hat sich gelohnt!


Cover

Ich finde das Cover gelungen. Das abgebildete Mädchen entspricht der Protagonistin Adelina. Denn sie hat auch silberne, Haare und verdeckt damit, zumindest teilweise ihr Gesicht, da sie sich für ihren Makel schämt.


Schreibstil und die Gestaltung der Welt

Die Sprache ist eher einfach gehalten und das Buch lässt sich flüssig und zügig lesen. Die Einfachheit der Sprachgestaltung kommt dem Buch zugute, da die Welt, in der wir uns bewegen, völlig neu ist. Was auch interessant ist, ist, dass die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven geschildert wird. Dabei erzählt Adelina das meiste, doch ab und zu auch andere Personen. Diese kleineren Abschnitte berichten über Dinge, die für die Handlung wichtig sind.
Einige haben während der Leserunde und auch in Rezensionen angemerkt, dass zu wenig beschrieben wird. Dem kann ich nicht zustimmen. Es wurde meiner Meinung nach genug beschrieben, sodass man sich das meiste genau vorstellen konnte. Wäre alles exakt beschrieben worden, hätte sich das Buch gezogen. Ich finde, dass das Buch gerade durch das Prägnante und das schnelle Vorankommen der Geschichte ausgezeichnet wird.

Die Beschreibungen reichen dazu aus, um festzustellen, dass die Welt, die Marie Lu geschaffen hat, aus verschiedenen uns bekannten Gegebenheiten zusammengestellt wurde: Am meisten merkt man den historischen, italienischen Hauch. Schon allein die Zeit- und Ortsangabe bestätigt dies: „13. Juno 1361, Dalia, Südost-Kenettra, die Seelande“ (S. 7).
Sowohl Namen wie Raffaele und Adelina, als auch der Glaube der kenettranischen Menschen ist Italien bzw. dem Römischen Reich nachempfunden.
Ich finde das nicht schlimm, da die Welt dann nicht von Anfang an komplett fremd ist. Um sich besser darin zurechtzufinden, gibt es am Anfang und Ende des Buches eine Karte, welche vermutlich in den Folgebände ein wichtiges Hilfsmittel sein könnte.


Charaktere

Die Protagonistin ist Adelina. Sie steht ständig in dem Zwiespalt zwischen Gut und Böse, da sie einen Hang zur Dunkelheit hat. Dies hat sie bei einigen Lesern sehr unsympathisch gemacht. Doch das ist genau das, was mich an diesem Buch so fasziniert. Es wird nicht wie immer eine Person genommen, die immer das richtige Tun möchte. Nein: Adelina hört Stimmen in ihr, die ihr böse Sachen flüstern und wollen, dass sie böse Sachen macht. Dabei ist klar, dass die Stimmen die dunkle Seite in ihr darstellen. Dass Adelina eine dunkle Seite besitzt ist auch kein Wunder bei so einer grausamen Kindheit…

Zu den anderen Charakteren möchte ich nicht viel sagen, da ich sonst zu viel verraten würde. Ich kann nur sagen, dass ich mein Bild über manche Personen so oft über den Haufen werfen musste, dass ich gar nicht mehr wusste, was ich von der Person halten sollte.

Aber auch hier, wie in fast allen Geschichten, gibt es eine Liebesgeschichte. Dieses Pärchen hat sich bei mir schon bei dem ersten Treffen der beiden herauskristallisiert. In den meisten Büchern und auch Serien und Filmen ist es bei mir so, dass ich ein Paar von Anfang an shippe. Und so war das auch hier, auch wenn alles eher langsam in die Gänge gekommen ist.


Handlung

Mir hat die Handlung sehr gut gefallen, bis auf ein paar Kleinigkeiten. Schön waren die zahlreichen Wendungen, die zum Großteil unvorhersehbar waren. Bei einer Wendung aber war ich einfach fertig mit den Nerven. Das war für mich so ein „Ne!“-Moment, das kennt ihr bestimmt. Einfach so Momente im Leben, zu denen man einfach nur Nein sagen kann. Ich weiß auch noch nicht, ob ich diese Wendung toll oder komplett bescheuert finden soll. Das wird sich vermutlich erst in den nächsten Bänden herausstellen.
Aber bei einigen Wendungen war ich einfach nur geschockt. Es wurde dann beispielsweise beschrieben, dass die und die Person geschockt war und ich gehörte in diesen Momenten auch dazu.
Zum Ende hin gab es eine Stelle, die perfekt für den Cut gewesen wäre, aber Marie Lu hat das Buch um 20-30 Seiten verlängert. Ich möchte mich nicht darüber beschweren, da ja dann doch noch essentielle Dinge geschehen sind. Aber es wäre jetzt auch nicht schlimm gewesen, wenn diese Geschehnisse zu dem zweiten Teil gehören würden.


Fazit

Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es gab ein paar Stellen, die mich nicht so sehr gepackt haben. Aber dann hat die Autorin das Ruder doch noch herumgerissen und wieder eine Wendung gebracht, wo ich einfach nur noch geschockt war. Die Protagonistin finde ich sehr interessant und ich konnte auch in ihren dunklen und rachsüchtigen Momenten mit ihr mitfühlen und mitfiebern. Im Groben und Ganzen gebe ich diesem Buch 4 von 5 Sternen.

Ich möchte noch anmerken, dass ich es toll finde, dass man die Personen nicht richtig in die Kategorien „Gut“ und „Böse“ einordnen kann. Damit hat Marie Lu eine „graue Welt“ im Gegensatz zu dem oftmals überwiegenden „Schwarz/Weiß“-Denken geschaffen und ich bin begeistert davon!


Wie hat euch das Buch gefallen und freut ihr euch auf Band 2?

Liebe Grüße
Andrea 🙂

Rezensionen anderer Blogger:

Ink of Books
Bücher aus dem Feenbrunnen
Kats Bookworld

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9 Gedanken zu “Rezension: „Young Elites – Die Gemeinschaft der Dolche“ von Marie Lu

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