Rezension: „Rat der Neun – Gezeichnet“ (Band 1) von Veronica Roth

Rat der Neun - Gezeichnet von Veronica Roth

Rat der Neun – Gezeichnet (Band 1)
Aus dem Amerikanischen von Petra Koob-Pawis, Michaela Link
Originaltitel: Carve the Mark
Originalverlag: HarperCollins, US
608 Seiten

ISBN: 978-3-570-16498-3

€ 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 26,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Link zum Verlag und Quelle vom Cover

Hallo ihr Lieben!

Ich bedanke mich ganz herzlich bei dem wasliestdu.de-Team und beim cbt-Verlag für das Exemplar, dass ich im Rahmen der Leserunde erhalten habe.


Inhalt

In dieser Galaxie hat jeder Mensch eine Lebensgabe, die ihn ab dem ersten Aufkommen sein Leben lang begleitet. So betrifft dies auch die auf dem Planeten Thuve lebenden Völker: Zum einen gibt es da die Thuvesi. Sie sind die anerkannten Bewohner dieses Planeten und somit auch eine anerkannte Nation. Auf der anderen Seite gibt es die Shotet. Ein eher raues und hartes Volk, das um die Anerkennung des Hohen Rates als eine Nation kämpft.
Es gibt auf diesem Planeten drei schicksalsgesegnete Familien. Dazu gehören auch die Protagonisten Cyra und Ryzek (Shotet-Geschwister), Akos und seine Geschwister. Als Ryzek die Entführung von Akos und seinem Bruder (beide Thuvesi) veranlasst, kreuzen sich die Wege von Cyra und Ryzek. Sie stehen nun vor der Wahl, sich gegenseitig zu unterstützen oder zu vernichten.


Schon vor Erscheinen dieses Buches wurde schon überall darüber berichtet. Dementsprechend gespannt war ich auch darauf. Wobei ich zugeben muss, dass ich bis jetzt nur die Verfilmung der „Die Bestimmung“-Reihe gesehen habe, somit noch nie etwas von der Autorin gelesen habe. Also bin ich ganz unvoreingenommen an die Sache rangegangen.


Sprache und Aufbau

Die ersten Seiten habe ich mir schwer mit dem Schreibstil getan. Die Sätze waren sehr lang, viel Information wurde in verschlungen Sätzen verpackt und dazu kommt noch, dass die Welt bzw. eher das Universum noch komplett unbekannt war. Da hat Veronica Roth zum Glück mitgedacht: Es gibt einen Anhang mit Register und einer Karte mit den wichtigsten Planeten und der Raumstation des Hohen Rates. Das hat mir persönlich schon sehr viel geholfen, zumindest in den ersten 100 Seiten. Danach war ich schon so vertieft in dieser Welt, dass ich nur noch wenig Probleme mit Namen und Sachen hatte. Es hat sich fast so angefühlt, als wäre man selbst ein Teil dieser Welt. Das liegt vor allem auch daran, dass die Autorin alles so detailreich schildert, dass das Lesen zwar anfangs anstrengend macht, aber man so ein sehr gutes Bild von diesem Universum bekommen konnte.

Ein interessanter Aspekt, was auch den Aufbau betrifft, sind die Perspektivenwechsel. Das Buch wird aus der Sicht von Cyra und Akos geschrieben, was ja so an sich nichts Neues ist. Erstaunlich dabei ist jedoch, dass Cyras Sicht aus der Ich-Perspektive (1. Person Singular) erzählt wird und Akos Sicht aus der Er-Perspektive (3. Person Singular). Das wirkt sich zu Beginn leider auch auf die Beziehung des Lesers zu den Charakteren aus. Gestartet wird das Buch mit ein paar Kapiteln aus Akos Sicht. Dann kommt der zweite Teil der komplett aus Cyras Sicht erzählt wird und das sind über 150 Seiten! Erst dann kommen wir wieder zu Akos und diesmal gibt es wirklich einen einigermaßen konstanten Perspektivenwechsel in den letzten zwei Teilen. Das hilft sehr dabei, auch Akos besser kennenzulernen.

Was ich noch erwähnen möchte, ist die Lesegeschwindigkeit. Ich habe für dieses Buch sehr lange gebraucht. Ich bin ja kein Schnellleser, aber nicht mal 50 Seiten pro Stunde sind selbst für mich schon ein bisschen wenig. Woran das liegt, weiß ich nicht genau. Vielleicht am Schreibstil, vielleicht aber auch an den Längen im Buch, die ich noch später erwähnen werde.


Inhalt

Zum Inhalt möchte ich nicht allzuviel sagen, da man sehr schnell zu viel darüber verrät. Doch ein bisschen muss ich doch darüber schreiben 😉
Zuerst war ich begeistert vom Inhalt. Es war so spannend und alles so neu und faszinierend. Nach 200 Seiten und der geschafften Eingewöhnungsphase in die Geschichte kamen mir langsam Zweifel: Ich hatte Gedanken wie „Passiert jetzt noch irgendwas? Geht es mal voran? Ist dieses Buch wirklich etwas besonderes? Ist es den Hype wert?“. Das sagt ja schonmal einiges über den Inhalt aus. Es hat sich meiner Meinung nach stellenweise so extrem gezogen, woran auch sicherlich teilweise die detailreichen Beschreibungen schuld sind. Aber auch folgendes war das Problem. In der ersten Hälfte sind zwar aufregende Stellen gewesen, aber die waren so schnell vorbei! Man war kurz darauf wieder in einer „langweiligen“ Szene „gefangen“. Dies änderte sich aber zunehmends zum Ende hin. Da ging es dann richtig ab! Da waren meine Gedanken nur „Was passiert hier gerade? Das kann doch jetzt nicht ehrlich passieren?! WOW! Ich bin geflasht! Ich bin fertig mit meinen Nerven!“. Ja, in der Leserunde wurde mehrmals erwähnt, dass sich Roth nicht davor scheut, ihre Charaktere zu quälen… Und das trifft absolut zu!

Aber nun zum Ende des Buches. Klar, es wird Spannung aufgebaut, damit man sich schon auf den zweiten und letzten Band dieser Reihe freut und sich fragt, wie es weitergeht. Aber es ist jetzt kein Cliffhanger, wie bei manch anderen Buchreihen, was ich zur Abwechslung mal gut finde. Außerdem quält das die Leser dann nicht so, weil es (denke ich zumindest) noch dauern wird, bis der nächste Band erscheint.


Charaktere

Die Charaktere arbeitet die Autorin einfach nur grandios aus. Man erfährt unglaublich viel über die Personen und die verschiedenen Welten, was ich ja besonders interessant finde. Auch die Beziehungen zwischen den Menschen sind greifbar und entwickeln sich auch allmählich, wie auch meist im echten Leben. Es wird langsam Spannung aufgebaut, was ich ja sehr toll finde. Und auch hier darf ein Pärchen nicht fehlen, dass man schon von Anfang an ultra shippt!!!! OMG, ICH LIEBE ES!!! *fangirl-quieken*


Fazit

Dieses Buch bildet einen soliden Auftakt eines Zweiteilers: Es bietet ein sehr greifbares und faszinierendes Universum mit grandiosen Charakteren, die leider teilweise sehr vieles durchleben müssen. Ich gebe diesem Buch 4 von 5 Sternen, da es doch ab und zu Längen gab, die leider mühselig zu lesen waren. Ich freue mich schon total auf den zweiten Band! 🙂
Wie hat euch das Buch gefallen?

Liebe Grüße
Andrea 🙂

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4 Gedanken zu “Rezension: „Rat der Neun – Gezeichnet“ (Band 1) von Veronica Roth

  1. Pingback: Rezensionen von A-Z | book2pia

  2. Ich ‚quäle‘ mich aktuell noch durch. Irgendwie bin ich von all den Namen überfordert und die von dir erwähnten Längen haben m.E. die Überhand. Ich bin ganz froh, hier zu lesen, dass es nicht in einem Cliffhanger endet, da ich mir noch nicht sicher bin, ob ich überhaupt den zweiten Teil lesen werde.

    Gefällt 1 Person

    • Also die Längen nehmen zum Ende hin ab, auch wenn sie noch vorhanden sind.
      Und zum Ende: Klar bleiben einige Fragen noch offen, da ja sonst gar keine Spannung im Hinblick auf den zweiten Teil aufgebaut werden würde. Aber als Cliffhanger (bspw. Personen sind in sehr großer Gefahr und sterben vielleicht in den nächsten Sekunden und schwubs – das Buch ist vorbei) würde ich das jetzt wirklich nicht bezeichnen.

      Ich wünsche dir viel Spaß beim Weiterlesen! 🙂

      Gefällt 1 Person

  3. Pingback: Rezensionen nach Titel von A-Z | book2pia

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